Fachinformationen
Was ist MOTION OF MIND?
MOTION OF MIND ist ein mentales Trainingsangebot, das motorische Bewegungsabläufe mithilfe geführter Audioanleitungen und visueller Hilfen unterstützt.
Die Methode nutzt die wissenschaftlich belegte Kraft der Bewegungsimagination, bei der Bewegungen innerlich so lebhaft wie möglich vorgestellt werden. Zahlreiche Studien zeigen, dass diese Form des Trainings motorische Fähigkeiten verbessern und Heilungsprozesse positiv beeinflussen kann – selbst dann, wenn reale Bewegung noch nicht möglich ist.
Einordnung in das GMI-Modell
Das Konzept orientiert sich am etablierten Modell der Graded Motor Imagery (GMI). Dieses wurde ursprünglich zur Behandlung chronischer Schmerzsyndrome wie CRPS entwickelt, findet heute aber auch Anwendung in der Orthopädie, Handtherapie, Neurologie und Sportrehabilitation.
GMI besteht aus drei Stufen:
Lateralisierung (Links/Rechts-Diskriminierung)
Bewegungsimagination
Spiegeltherapie
Motion of Mind fokussiert auf Stufe 2 – die Bewegungsimagination.
Diese Stufe aktiviert motorische Netzwerke im Gehirn, ohne dass der Körper sich tatsächlich bewegt. Dadurch wird der motorische Kortex angeregt, bestehende Bewegungsprogramme zu erhalten oder neu aufzubauen. Dieser Prozess ähnelt Wirkmechanismen, die man aus der Spiegeltherapie oder dem Einsatz von Karten zur Links/Rechts-Diskriminierung kennt, erfolgt jedoch ohne den visuellen Stimulus einer realen Bewegung.
Warum Bewegungsimagination wirkt – wissenschaftliche Hintergründe
1. Neuroplastizität als Grundprinzip
Das Gehirn unterscheidet weniger stark zwischen realer und vorgestellter Bewegung, als man erwarten würde.
Bildgebende Verfahren wie MRT und EEG zeigen, dass bei der lebhaften Vorstellung einer Bewegung dieselben Hirnregionen aktiv werden wie bei einer tatsächlichen Ausführung:
motorischer Kortex
prämotorische Areale
Kleinhirn
somatosensorischer Kortex
Diese Aktivierung fördert Neuroplastizität – also die Fähigkeit des Gehirns, sich strukturell und funktionell an neue Anforderungen anzupassen. Je klarer, lebendiger und körpernäher die Vorstellung, desto stärker ist dieser Effekt.
2. Motorisches Lernen durch Imagination
Mentales Training unterstützt motorisches Lernen durch:
Bewegungsplanung im Gehirn: Bewegungen werden mental „vorbereitet“, sogar ohne muskuläre Aktivität.
Aktivierung prämotorischer Netzwerke: Bewegungsmuster können vorab trainiert werden.
Simulation ohne Risiko: Besonders wertvoll in der Ruhephase nach Operationen oder Verletzungen.
Erhalt von Bewegungsrepräsentationen: Neuronale Muster bleiben aktiv und werden nicht „gelöscht“.
Studien zeigen, dass bereits kurze Imaginationsübungen zu positiven Effekten führen können – etwa auf Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Regeneration.
3. Relevanz für die Frühphase der Rehabilitation
Während der Ruhigstellung entstehen schnell:
Veränderungen der motorischen Repräsentationen
ein verändertes Körperschema
erhöhte schmerzinduzierte Schutzreaktionen
Kinesiophobie (Angst vor Bewegung)
Durch frühzeitige Bewegungsimagination kann man diesen Prozessen entgegenwirken.
Patient*innen können bereits ab dem ersten Tag der Ruhigstellung beginnen. Das Gehirn bleibt „motorisch aktiv“, obwohl das betroffene Körperteil noch geschützt werden muss.
Dies trägt dazu bei:
Bewegungsprogramme zu erhalten
späteres Reha-Training zu erleichtern
Schmerzen zu reduzieren
Selbstwirksamkeit zu stärken
die Rückkehr zur realen Bewegung zu beschleunigen
Das mehrstufige Trainingsmodell von Motion of Mind
Ich entwickle ein mehrstufiges Modell, das Patient*innen schrittweise an intensivere Bewegungsimagination heranführt.
Stufe 1 – Kurze, leicht zugängliche Einheiten
Zu Beginn ist es oft schwierig, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren. Daher beginnen die Anleitungen mit kurzen, klar strukturierten Sequenzen, die leicht nachvollziehbar sind.
Stufe 2 – Etwas komplexere Bewegungsabläufe
Die Sequenzen werden langsam etwas länger und die Bewegunen um fassen etwas mehr Richtungen bzw. Gelenke.
Stufe 3 – Visuelle Hilfen bei komplexen Abläufen
Bei anspruchsvolleren oder technischen Bewegungen – etwa Ganzkörperprogramm wie Yoga – ist gute Konzentrationsfähigkeit und Körperwahrnehmung von Vorteil, um ein möglichst gutes Ergebnis zu bekommen. Es ist schon anspruchsvoll sich auf den ganzen Körper zu konzentrieren. Oft sind die Bewegungen auch zu schnell, um sie mental nachzuvollziehen. Deshalb versuche ich sie strukturiert und langsam anzuleiten.
multisensorische Unterstützung
Je lebendiger die Bewegung empfunden wird, desto effektiver ist der Imaginationsprozess.
Um diese Lebendigkeit zu fördern, ergänze ich in späteren Stufen:
passende Hintergrundgeräusche (z. B. Wassergeräusche beim Schwimmen)
sensorische Hinweise, die die Vorstellung unterstützen
- Videoanleitungen gestalten die mentale Simulation realistischer und wirksamer. Damit können Patient*innen die Bewegung zunächst visuell erfassen und anschließend präzise imaginieren.
Das Modell wird kontinuierlich erweitert und weiter strukturiert.
Studienlage
Eine Übersicht über relevante Studien zu Bewegungsimagination, mentalem Training und GMI finden Sie hier:
Gerne stelle ich Ihnen hier den Download eine Plakates für MOTION OF MIND zur Verfügung und würde mich sehr freuen, wenn sie es sich ausdrucken und in Ihrem Wartezimmer den Patienten als Information zu Verfügung stelle
Außerdem freuen ich mich, wenn sie meine Website auf Ihrer Homepage verlinken, um sie für Ihre Patienten leichter zugänglich zu machen
Link: https://motion-of-mind.com
Diese Grafik können sie auch gerne mit verwenden.
Vielen Dank